Wie können Unternehmen nachhaltiger werden? | Astrid Wynne über umweltfreundliche Geschäftspraktiken
Techbuyer ist ein globaler Anbieter nachhaltiger IT-Lösungen. Unser Unternehmen wurde bereits bei den britischen IEMA Awards als „Circular Economy Organisation of the Year“ und bei UK IT Industry Awards 2021 sogar als „Sustainable Organisation of the Year“ ausgezeichnet.
In dieser Folge unserer Podcast-Serie in Zusammenarbeit mit dem Leaders Council spricht Astrid Wynne, Sustainability Lead und staatlich anerkannte Umweltschützerin, darüber, was es braucht, um zu einem nachhaltigen Unternehmen zu werden.
Hören Sie sich den gesamten Podcast jetzt über das untenstehende Video an oder scrollen Sie weiter, um die wichtigsten Punkte in unserer Zusammenfassung zu lesen. Alternativ können Sie ebenfalls die komplette Abschrift abrufen.
Warum interessieren sich immer mehr Unternehmen für Nachhaltigkeit?
Es besteht kaum Zweifel daran, dass das Thema Nachhaltigkeit heutzutage sowohl in Unternehmen als auch in der Öffentlichkeit eine große Rolle spielt. Da Gesellschaft und staatliche Gesetzgebungen den Druck auf die Wirtschaft erhöhen, sind viele Unternehmen bestrebt, ihren Einfluss auf die Umwelt zu überdenken und zu verbessern.
Im Vereinigten Königreich beispielsweise ist die Zahl der Organisationen, die sich der Verringerung ihres CO₂-Fußabdrucks oder sogar Net Zero verschrieben haben, in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Trotz dieses steigenden Bewusstseins reicht es bei weitem nicht aus, sich die Nachhaltigkeit einfach zu erkaufen, etwa durch CO₂-Kompensationsprogramme. Um wirklich etwas zu bewegen, müssen wir unsere grundlegenden Arbeitsweisen ändern, um unsere Emissionen dauerhaft zu reduzieren. Die Pandemie hat diese Situation sogar noch verschärft, da viele Menschen zeitweise oder auch permanent ins Homeoffice verbannt wurden, wo sie sich fernab vom normalen Arbeitsalltag zunehmend mit Nachhaltigkeit beschäftigten.
Ein weiterer Treiber für dieses verstärkte gesellschaftliche Bewusstsein ist die Tatsache, dass Nachhaltigkeit ein immer wichtiger werdender Bestandteil unserer Wirtschaft und allgemeinen Geschäftstätigkeiten geworden ist.
So gibt es zum Beispiel den Trend zu „Green Financing“, da sich Investor:innen ebenfalls zunehmend Gedanken darüber machen, wo und bei wem sie ihr Kapital anlegen wollen. Die Nachhaltigkeit eines Unternehmens ist für Geldgeber:innen von heute daher ein wichtiges Kriterium. Und auch Verbraucherinnen und Verbraucher berücksichtigen „grüne“ Produkte und Marken aktiv in ihren Kaufentscheidungen.
Zudem stehen neue und gestandene Mitarbeitende vor der wichtigen Entscheidung, ob sie lieber für ein nachhaltiges oder ein weniger oder gar nicht nachhaltiges Unternehmens arbeiten wollen. Deshalb sollten sich Organisationen und Firmen, die kontinuierlich neue Talente anwerben wollen, ebenfalls genauso leidenschaftlich für Nachhaltigkeit einsetzen.
Nachhaltige Gesetzgebung und die Zukunft der Wirtschaft
Es gibt bereits Gesetze, welche Unternehmen dazu zwingen, sich in allen Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit an Umweltvorschriften zu halten.
Ein positives Beispiel ist „Right to Repair“, welches in der EU und in den USA zunehmend an Einfluss und Bedeutung gewinnt. Right to Repair gibt Verbraucher:innen die Möglichkeit, ihre elektronischen Geräte wiederzuverwenden oder zu reparieren, anstatt sie in riesigen Mengen auf Mülldeponien verenden zu lassen. Lesen Sie mehr über Right to Repair.
Die Öffentlichkeit nimmt den stetig wachsenden Berg an Elektroschrott durchaus wahr, dennoch wird auch weiterhin zu viel IT-Hardware vor dem Ende ihrer tatsächlichen Lebensdauer entsorgt, weil viele Organisationen nicht über das nötige Wissen, Erfahrung oder Vertrauen verfügen, diese wiederzuverwenden, reparieren, refurbishen oder gar aufrüsten zu lassen. Erfahren Sie mehr über die nachhaltigen Alternativen zum IT-Recycling.
Bei Techbuyer haben wir das IT-Refurbishment zu unserem Geschäft gemacht, indem wir beispielsweise Komponenten-Upgrades liefern, sodass unsere Kund:innen eine kosteneffektive und nachhaltige Verlängerung der Produktlebensdauer erzielen können. Mit diesem Ansatz haben wir bereits viele Erfolge gefeiert und sind in den letzten 17 Jahren von zwei Mitarbeitenden auf über 290 weltweit gewachsen.
Wie kann mein Unternehmen nachhaltiger werden?
Um den ersten Schritt in Richtung nachhaltiges Wirtschaften zu unternehmen, müssen Sie zunächst verstehen, welche Emissionen in Ihrer derzeitigen Wertschöpfungs- und Produktionskette entstehen.
Jedes Unternehmen ist unterschiedlich, deshalb sollten Sie Ihre Analyse stets als individuell betrachten und so handeln, wie es für Ihre Situation am sinnvollsten ist.
Einen nützlichen Ansatz dafür, wie Sie die Nachhaltigkeit Ihres Unternehmens verbessern können, bieten die Globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Kaum jemand kann auf jedes einzelne dieser 17 Ziele Einfluss nehmen - wählen Sie also sorgfältig nur jene aus, die für Ihr Unternehmen am wichtigsten sind.
Die Globalen Ziele als Rahmen für Ihre Initiativen zu verwenden ist sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens überaus sinnvoll und ein guter Weg, Ihre taten und Erfolge mit der Außenwelt zu kommunizieren. Mehr über unser Engagement für die Globalen Ziele erfahren Sie hier.
Auch Initiativen wie die ISO 14001, ein Umweltmanagementsystem, können sich als durchaus wirkungsvoll erweisen. In unserem Fall nutzen wir die Ökobilanzierung als Mittel, um die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeiten zu analysieren und zu verringern. All dies geschieht in Einklang mit den von uns gewählten Globalen Zielen. So können wir mehr und mehr Menschen in unsere Nachhaltigkeitsdiskussionen einzubeziehen und damit unseren positiven Einfluss vervielfältigen. Wir können mittlerweile gut einschätzen, welche Schritte uns unserem Ziel näherbringen, weswegen wir unsere Ergebnisse gerne und so häufig wie möglich mit anderen interessierten Parteien teilen.
Bei der CO₂-Berichterstattung ist noch eine weitere wichtige Komponente zu berücksichtigen: die Einführung der Scopes 1, 2 und 3.
Scope 1 bezeichnet Emissionen, die durch unsere Tätigkeiten direkt in die Atmosphäre freigesetzt werden, wie beispielsweise durch den Kraftstoff, der unser Auto antreibt.
Scope 2 umfasst indirekte Emissionen, die aus dem Bezug von externen Energiequellen entstehen - Strom ist hierbei das häufigste Beispiel.
Scope 3 umfasst zusätzliche Aktivitäten wie Geschäftsreisen, die Herstellung eingekaufter Produkte, ausgelagerte IT-Infrastrukturen (wie zum Beispiel Rechenzentren), sowie jegliche nachgelagerten Emissionen.
Letztendlich geht es bei Scope 3 im Grunde um vor- und nachgelagerte Emissionen. Das heißt, wenn Sie ein Teil der vor- oder nachgelagerten Lieferkette eines großen Unternehmens sind, wird dieses höchstwahrscheinlich bald Ihre Kohlenstoffdaten für seine Berichte anfordern.
Astrid Wynne, Sustainability Lead bei Techbuyer, weist darauf hin, dass Großbritannien das erste Land war, welches das Modell der „Task Force on Climate-Related Disclosures“ für die CO₂-Berichterstattung übernahm, und dass wir infolgedessen Europa- und weltweit mit großer Wahrscheinlichkeit ein verstärktes wirtschaftliches Interesse an Nachhaltigkeit erleben werden. Lesen Sie mehr zu Scopes 1, 2 und 3.
Die aktive Kreislaufwirtschaft vorantreiben
Das Streben nach einem nachhaltigen Unternehmen wird durch die Entwicklung und Umsetzung der Kreislaufwirtschaft untermauert. Dabei beschreiben wir eine aktive Kreislaufwirtschaft als ein System, welches von Beginn an stets regenerativ ausgelegt ist.
Die Grundlage der Kreislaufwirtschaft ist die Abkehr von der Betrachtung der Dinge als binäres System von Neuware und Abfall, und die zunehmende Annäherung zu einem verantwortlicheren Konsumverhalten. Die Idee ist, Produkte und Materialien so lange wie möglich in Gebrauch zu behalten und sie am tatsächlichen Ende ihrer Lebensdauer schließlich zu recyceln. Unternehmen sollten daher stets nach Möglichkeiten suchen, ihre Abfälle jeglicher Art auch immer als Rohstoff für neue Produkte zu sehen, sei es durch ihre eigene Verarbeitung oder die eines externen Unternehmens.
Sie können IT-Geräte beispielsweise innerhalb verschiedener Abteilungen wiederverwenden und diese einer neuen Funktion zuweisen. Wenn ein vielseitiges und leistungsfähiges Gerät also nicht mehr dem neuesten Industriestandard entspricht, bedeutet das nicht, dass es dadurch nicht weiterhin von einer anderen Abteilung verwendet werden kann.
Wenn Sie andererseits Geräte haben, die für Ihr Unternehmen gänzlich überschüssig, aber dennoch verwendbar sind, können Sie diese natürlich an eine Wohltätigkeitsorganisation oder ähnliche Einrichtung spenden. Sie können ebenfalls nach Anbietern auf dem Sekundärmarkt Ausschau halten, die die Lebensdauer Ihrer Hardware verlängern und sie dem Markt wieder zuzuführen. Als letzter Ausweg für Ihre Geräte kann schließlich das Recycling genutzt werden, um wertvolle Materialien zu extrahieren. Erfahren Sie mehr zu kritischen Rohstoffen.
Letztendlich geht es beim nachhaltigen Wirtschaften darum, Abfall als Ressource zu betrachten, die Kreislaufwirtschaft zu fördern und die negativen Auswirkungen unserer derzeitigen Prozesse auf das Klima und die Umwelt zu minimieren. Es ist nicht einfach, Nachhaltigkeit als Kernelement der eigenen Arbeitsweise aktiv zu berücksichtigen, aber sie ist dennoch von großer Bedeutung, sowohl für den Umweltschutz als auch hinsichtlich neuer Gesetzgebungen. Man kann nie früh genug damit anfangen – die Zeit zum Handeln ist jetzt!
Machen Sie heute den ersten Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigen Unternehmen, indem Sie die Umweltauswirkungen Ihrer Hardware verbessern. Egal, ob Sie IT-Infrastrukturen kaufen, warten oder entsorgen möchten, Techbuyer kann Ihnen dabei helfen, dies immer auf nachhaltige Weise zu tun. Nehmen Sie direkten Kontakt mit unserem Team auf oder sehen Sie sich unsere nachhaltigen Services an.
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